Specht & Torfmoose

written on 07/09/2020
by Konrad Funk


Wussten Sie schon, Spechte, allen voran der Schwarzspecht sind die „Zimmerleute“ des Waldes, ja sie schließen die Bäume und den gesamten Wald für viele Tierarten erst auf.

Der Schwarzspecht ist der „Leitvogel“ alter Buchenwälder, deren es im Nationalpark Hunsrück-Hochwald reichlich hat.



Man könnte ihn auch als den „Erfinders des sozialen Wohnungsbaues“ bezeichnen. Er schafft für andere Höhlenbewohner, die nicht Zimmermannsarbeit ausführen können, den geeigneten Brutraum. Hat er seine Höhle verlassen und eine neue angelegt, folgen sie ihm auf dem Fuße.



Er fördert so bis zu 60 Arten, besonders die Hohltaubenbestände, aber auch Waldkauz, Raufußkauz, Kleiber, Fledermäuse, Siebenschläfer, Eichhörnchen, Hornissen und viele mehr.

Der Schwarzspecht ist von den in Europa vorkommend Spechtarten die Größte. Männchen und Weibchen sind einheitlich schwarz gefärbt und unterscheiden sich einzig durch den Kopfschmuck.

Beim Männchen ist die gesamte Kopfoberseite rot gefärbt, das Weibchen hat nur einen roten Fleck am Hinterkopf. Der Schwarzspecht braucht alte und starke Buchen (über 40cm Durchmesser) als Brutraum. Lange, von Naturverjüngung freistehende Schäfte wählt er sich dabei zur Feindvermeidung (Baummarder und Habicht) aus.

Seine Höhlen schlägt er in schwindelerregender Höhe, meist unter dem Kronenansatz, ins Holz.



Er ist in der Lage auch gesunde Buchen aufzumeißeln und freut sich, wenn er im Inneren einer Buche auf weißfaules Holz stößt, das sich leichter bearbeiten lässt.

Dies kann er mitunter schon beim „Abklopfen“ erkennen. So dringend er die Buche zum Wohnungsbau braucht, ohne die Fichte käme er nahrungstechnisch nicht über den Winter. Denn im Fichtentotholz findet er großen Rossameisen und Totholz hat es reichlich im Nationalpark.



Kleinholz nachdem der Specht nach Rossameisen gesucht hat.



Wälder, Moore, Rosselhalden sind die drei Säulen des Nationalparks Hunsrück- Hochwald. Für Moore sind Torfmoose von besonderer Bedeutung.

Es gibt 40 verschiedene Arten von Torfmoosen in Deutschland und 20 davon im Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Moose sind Pflanzen die auf den ersten Blick ein ganz bescheidenes und wenig auffälliges Dasein führen.



Alle Moose wirken wie ein Puffer. Sie schützen den Boden vor Erosion, nehmen viel Wasser – insbesondere Niederschlagswasser – aber auch Tau und Nebel – wie ein Schwamm auf und geben es langsam und wohl dosiert wieder an andere Pflanzen ab.

So bleiben auch die Vorfluter und Bäche nach Großgewitterereignissen vor Überflutungen geschont.



Und die Notwendigkeit des Wassererhalts auf der Fläche, insbesondere im Wald, ist in den letzten trockenen Jahren jedem gut verständlich. Moose sind duldsam und überstehen auch längere Trockenzeiten. Sie verkleinern ihre Oberfläche zum Verdunstungsschutz.

Wenn der erste Regen fällt sind sie sofort wieder da, wie kleine Stehaufmännchen. Moose, insbesondere die Torfmoose haben gerne das Wasser bis zum Halse stehen, denn sie können – wurzellos wie Moose sind – Wasser und Nährstoffe über die gesamte Oberfläche aufnehmen.

Das Torfmoos „Sphagnum magelanicum „ist ein typischer Zeiger für gute Moore.



Wussten Sie schon, Torfmoose sind in der Lage Ionenaustausch zu machen, sie geben Wasserstoff-Ionen ab und binden Kationen, z.B. Kalzium und Kalium. Sie sorgen dafür, dass das Waser einen tieferen pH-Wert bekommt, kurzum sauer wird.

Damit halten sie sich gezielt Konkurrenzpflanzen, selbst Bäume und Sträucher vom Halse. Aus hartem kalkreichen Wasser wird so langsam weicheres Wasser. Torfmoose können ganze Landschaften prägen.  


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