Arnika & Schwarzstorch

written on 13/10/2020
by Konrad Funk

Der Sommer geht zu Ende, und damit die Zeit wenn uns Blütenpflanzen im Offenland und am Wegesrand des Nationalparks Hunsrück-Hochwald begeistern.

In Laubholzbeständen, insbesondere unter der Buche fällt im Sommer kein Licht mehr auf den Boden. Der Kronenraum - Kopf an Kopf - schattet alles ab. Blütenpflanzen sucht man hier dann vergebens. Die Dynamik spielt sich im Nadelholz ab. Borkenkäfer bringen Fichten zum Absterben und schaffen mit sogenannten „Käferlöchern“ neuen Lebensraum.



Herausragende Blütenpflanzen im Nationalpark sind Arnika, Bärwurz und Blutwurz. In Thiergarten gab es noch bis in die1980er Jahre eine Kräutersammelstelle, die von frischen Fichtenspitzen über Birkenblätter, Ginster- und Königskerzenblüten, Blut- und Bärwurz alles sammeln lies, was für Salben und Tinkturen für Ansatzschnäpse und Schnäpse Verwendung fand. Für 1 Kg Bärwurz –Wurzeln zahlte man damals 13,- DM.



Heute ziehen einen wieder die goldenen Blütensterne der geschützten Arnika in ihren Bann. Ihr sattes, warmes Goldgelb leuchtet markant aus den bunten Wiesen hervor.

Arnika ist aus Naturschutzsicht eine “Verantwortungsart“ für uns, nicht nur in Rheinland-Pfalz, sondern weltweit. Das bedeutet, dass wir uns um diese Pflanze ganz besonders kümmern müssen. Von den Blüten der Arnika werden nicht nur die Insekten, sondern auch die Menschen angelockt. 



. Wer Ende Mai / Anfang Juni zeitig aufsteht kann bei Thranenweier den ersten „braunfleckigen Perlmutterfalter“ entdecken, wie er noch bedeckt vom morgendlichen Tau nach kühler Nacht im ersten Gold der leuchtenden Arnikablüten „badet“.

Respektlos knabbert ein kleiner Fallkäfer an einer Arnikablüte. Langsam tauchen mit den ersten Sonnenstrahlen die Lilagold-Feuerfalter auf, breiten Ihre Flügel aus, sodass man überwältigt wird von ihrem Glanz und ihrer Schönheit.




Wussten Sie schon, der Schwarzstorch ist eine Leitart des Waldnaturschutzes. Er brütet im Nationalpark Hunsrück-Hochwald.

Die naturnahen geschlossenen Wälder mit ihrem alten Baumbestand und den vielen kleinen Bachläufen, die er zu Nahrungssuche nutzt, bieten ihm ideale Lebensbedingungen. 



Neben dem Schwarzstorch kommen im Umfeld des Nationalparks noch zwei weitere Schreitvögel mit „langen“ Beinen vor: der in Kolonien brütende Graureiher und der Weißstorch. 




Der störungsempfindliche „Waldstorch“ bevorzugt für die Anlage seiner großen Reisignester alte, großkronige Buchen oder Eichen im Waldesinneren. Sein Nest baut er fast immer im unteren Kronenbereich, direkt am Stamm oder auf starken Seitenästen. 



Wenn der Schwarzstorch nicht gestört wird, kehrt er immer wieder an dasselbe Nest zurück und baut es von Jahr zu Jahr weiter aus. Seine Nahrung findet er in den Hunsrückbächen und auf feuchten Waldwiesen.

Gerne nutzt er auch Tümpel oder Teiche außerhalb des Waldes zur Nahrungssuche. Als „Fischfresser“ bevorzugt er Bachforelle und Groppe. Er frisst aber auch Amphibien, Insekten und Mäuse. 



Die Jungvögel fallen in den ersten 3 bis 4 Wochen auf dem Nest kaum auf. Ihnen fehlt noch das leuchtende Rot an Schnabel, Augenring und Beinen.

Obwohl das Kopf-und Halsgefieder des Altvogels bei näherem Betrachten einen grünlich-bläulich und purpurfarbenen metallischen Schimmer hat und Beine und Hals auffallend rot gefärbt sind, erscheint der Schwarzstorch im Wald beim Anflug eher wie ein unauffälliger Schatten. 



Es ist nicht leicht, den Vogel im Wald zu entdecken. Kleinere Ausflüge der Jungvögel werden am Ende der Brutzeit in die umgebenden Äste unternommen. Ab August / September treten die stolzen Vögel ihre Reise in den Süden an.